Erkrankungen des Auges

Bei Fragen zu den Erkrankungen steht Ihnen unser Praxispersonal gern zur Verfügung. Rufen Sie uns an.

Die typischen Krankheitsbilder werden im Folgenden beschrieben:

  1. Alterssichtigkeit
  2. Grüner Star
  3. Kurzsichtigkeit
  4. Katarakt
  5. Netzhauterkrankungen
  6. Stabsichtigkeit
  7. Weitsichtigkeit

Alterssichtigkeit
Durch Sklerosierung und Elastizitätsverlust des Linsenkerns nimmt die Akkommodationsbreite (auch: Akkommodationsamplitude) stetig ab. Der maximale Nahpunkt, in dem Objekte gerade noch scharf erkannt werden können, rückt hierbei immer weiter in die Ferne. Dieser Prozess beginnt zwar bereits im Jugendalter, wird zu diesem Zeitpunkt jedoch in der Regel nicht bemerkt.

Grüner Star
Das Glaukom (Wortherkunft siehe unten), auch Grüner Star genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervs. Charakteristisch ist ein kontinuierlicher Verlust von Nervenfasern, was am Sehnervenkopf (Papille) bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf als zunehmende Aushöhlung (Exkavation) sichtbar wird (s. Abb.). Als Folge entstehen charakteristische Gesichtsfeldausfälle (Skotome) und im Extremfall eine Erblindung des Auges. Als wichtigster Risikofaktor wird ein zu hoher Augeninnendruck angesehen.

Nach anatomischen Kriterien lassen sich Offenwinkel- und Engwinkel-Glaukome unterscheiden. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf den Winkel zwischen Hornhautrückfläche und Irisvorderfläche. Im Kammerwinkel befindet sich das Trabekelwerk, durch das das Kammerwasser das Auge verlässt.

Offenwinkelglaukome sind weit häufiger und verlaufen meist chronisch und unbemerkt, während die selteneren Engwinkelglaukome zum schmerzhaften Glaukomanfall führen können, bei dem unbehandelt innerhalb kurzer Zeit eine akute Erblindung droht.

Die Gesichtsfeldausfälle beim Offenwinkelglaukom machen sich oft erst spät bemerkbar, weil sie außerhalb der Mitte beginnen und die Ausfälle durch den Seheindruck des anderen Auges überdeckt werden.

Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen, sowohl in Industriestaaten als auch in Entwicklungsländern. Rund 500.000 Bundesdeutsche leiden an einem erhöhten Augeninnendruck, 10 Prozent davon droht die Erblindung. Der Berufsverband der Augenärzte weist darauf hin, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich sehr hoch ist. Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland insgesamt etwa 1 Million Menschen von einem Glaukom betroffen sind.

Kurzsichtigkeit
Die Kurzsichtigkeit oder Myopie (von griechisch myein „(die Augen) schließen" und opia „Sicht") ist eine Form von Fehlsichtigkeit beziehungsweise Ametropie und zumeist Folge eines zu langen Augapfels und/oder einer zu starken Brechkraft des dioptrischen Apparats der Augen. Sie bewirkt, dass aufgrund eines optischen Abbildungsfehlers weit entfernte Objekte schlechter gesehen werden als nahe gelegene. Nach Ursache und Zeitpunkt des Auftretens lassen sich verschiedene Formen der Kurzsichtigkeit unterscheiden. Ihr Ausmaß wird durch eine Refraktionsbestimmung ermittelt und in Dioptrien angegeben. Für die häufigste Form, die Achsenmyopie, und die meisten anderen Formen der Myopie gibt es keine ursächliche Behandlungsmöglichkeit, jedoch kann durch das Tragen von Hilfsmitteln wie Brillen oder Kontaktlinsen der Brechungsfehler korrigiert werden. Eine refraktive chirurgische Korrektur ist in vielen Fällen ebenfalls möglich. Sie wird heutzutage meist mit Hilfe eines Lasers durchgeführt.

Katarakt
Die Katarakt [ˌkataˈʁakt] oder Grauer Star bezeichnet eine Trübung der Augenlinse. Betrachtet man Menschen, die an einer fortgeschrittenen Katarakt erkrankt sind, kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen, woher sich die Bezeichnung Grauer Star ableitet. Die getrübte Linse kann operativ durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt werden.

Netzhauterkrankungen
Die Netzhaut oder Retina (von lateinisch rete „Netz") ist eine Schicht von spezialisiertem Nervengewebe an der hinteren Innenseite des Auges von Wirbeltieren und einigen Tintenfischen. In ihr wird das auftreffende Licht, nachdem es die Hornhaut, die Linse und den Glaskörper durchquert hat, in Nervenimpulse umgewandelt. Die Netzhaut besteht neben dem lichtempfindlichen Gewebsanteil aus Nervenzellen zur Verarbeitung und Weiterleitung der erzeugten Impulse sowie aus verschiedenen Unterstützungsstrukturen zur Aufrechterhaltung der Funktion der reizerzeugenden und -verarbeitenden Zellen.

Stabsichtigkeit
Astigmatismus (griech: a = nicht, stigma = (Brand-) Fleck, also etwa Brennpunktlosigkeit), Stabsichtigkeit, auch Hornhautverkrümmung bezeichnet in der ophthalmologischen Optik eine besondere Brechungseigenschaft des Augapfels, bei der die von Objektpunkten, d. h. von kleinsten betrachteten Details ausgehenden Lichtstrahlen sich nicht in einem Punkt auf der Netzhaut wiedervereinigen, sondern dort in einem Bereich, meist einer Strecke (deswegen „Stabsichtigkeit") abgebildet werden. Beim Astigmatismus wird ein parallel zur optischen Achse in den Augapfel einfallender Lichtstrahl abhängig von seiner mit der optischen Achse gebildeten Einfallsebene unterschiedlich stark gebrochen. Der Gegenbegriff sphärisch beschreibt einen Augapfel, dessen optische Brechkraft unabhängig von der Einfallsebene des Lichtstrahls ist (für physikalische Einzelheiten siehe auch Abbildungsfehler#Astigmatismus)

Beim Astigmatismus lassen sich in der Regel eine Einfallsebene mit maximaler und eine mit minimaler Brechkraft angeben. Die Brechkraftdifferenz zwischen diesen beiden Ebenen wird als Stärke des Astigmatismus bezeichnet. Den Winkel der Einfallsebene zur Horizontalebene nennt man Achse. Beim menschlichen Augapfel ist ein Astigmatismus mit einer Stärke von bis zu 0,5 dpt normal.

Weitsichtigkeit
Bei der umgangssprachlich Weitsichtigkeit genannten Übersichtigkeit (Synonym: Hyperopie oder Hypermetropie) handelt es sich um einen sogenannten axialen Brechungsfehler des Auges (Ametropie), bei dem der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft seiner optischen Einrichtung zu kurz beziehungsweise die Linse zu wenig gekrümmt ist. Dies führt dazu, dass die Bildlage (Brennpunkt) für optisch unendlich weit entfernte Objekte bei entspanntem (nicht akkommodiertem) Auge nicht in der Netzhautebene ist, was eine Voraussetzung für einen scharfen Seheindruck ist. Stattdessen ist der (virtuelle) Brennpunkt beim weitsichtigen Auge hinter der Netzhautebene und es resultiert ein unscharfer Seheindruck. Je näher ein Objekt an das Auge herangeführt wird, desto stärker würde sich der Brennpunkt nach hinten verschieben und von der Netzhautebene entfernen.

Die Hyperopie ist vor allem genetisch bedingt. Während zahlreiche Formen von angeborenen Missbildungen des Augapfels mit Hyperopie einhergehen, stellt die Hyperopie allein keine Erkrankung, sondern eine Variante der normalen Augenentwicklung dar.

 

Diese Praxis ist Mitglied im Augennetz Nord